Plastische Gesichtschirurgie
Die plastische Chirurgie (auch plastisch-ästhetische Chirurgie) hat sich aus den Wurzeln der Wiederherstellungschirurgie entwickelt. Besonders die operative Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde muss sich in großem Maße mit den rekonstruktiven Problemen nach Entstellungen des Gesichts durch Tumore oder Unfälle beschäftigen. Nach wie vor stellen diese plastischen Operationen höchste Ansprüche an den Chirurgen. Die besonderen Kenntnisse der Kopf- und Halsanatomie kommen den Erfordernissen der plastisch-ästhetischen Chirurgie in besonderem Maße entgegen. Die Qualifikationen "Plastische Operationen" und "Spezielle Hals-Nasen-Ohrenchirurgie" werden von den Landesärztekammern nach Erfüllung standardisierter Kriterien und einer Prüfung erteilt.
Die rasante Entwicklung der Medizin mit den zunehmenden Subspezialisierungen ist für den Patienten zu einem undurchdringlichen Dschungel geworden, in dem Orientierungen nur schwer möglich sind.
Die European Academy of Facial Plastic Surgery (E.A.F.P.S.) hat es sich zur Aufgabe gemacht, Wegweiser zu erstellen, die den Besonderheiten der plastischen Gesichtschirurgie Rechnung tragen und entsprechende Qualitätskriterien zu etablieren. Mitglieder sind Chirurgen aus verschiedenen Disziplinen, Hals-Nasen-Ohrenärzte, plastische Chirurgen, Augenärzte, Kieferchirurgen und Neurochirurgen, die sich in besonderer Weise mit den Eigenheiten der Kopf-, Hals- und Gesichtschirurgie beschäftigen. Damit folgen wir einer Entwicklung, die sich in den USA schon länger durchgesetzt hat. Eigene Fachabteilungen für plastische Gesichtschirurgie haben sich dort in erheblichen Maße etabliert aus der Erkenntnis heraus, dass die gängigen allgemeinchirurgischen Kriterien aus den einzelnen Fachdisziplinen nicht ausreichen, um die hochkomplizierten Strukturen des Kopf- und Halsbereichs als eigene Entität suffizient zu beherrschen.
Wir fühlen uns dieser Entwicklung in hohem Maße verpflichtet und sehen unsere Aufgabe darin, Gesicht und Hals als funktionelle und ästhetische Einheit zu behandeln. Dies erfordert die Fähigkeit, diesen kleinen Punkt im Auge eines Porträts zu sehen, der für sich bedeutungslos ist aber im Ganzen den Glanz des Gesichts ausmacht.
|